Dekorationsbild: Kursleiterin mit Teilnehmern, Gebäude einer Volkshochschule
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"Älterwerden ist nichts für Weicheier", so soll es die US-amerikanische Schauspielerin Bette Davis gesagt haben.
In diesem Lesekreis wollen wir uns dem Lebensherbst inklusive all seiner Farben widmen. Vielleicht gelingt es uns, dabei auch die folgenden Fragen zu beantworten: "Ab wann ist man offiziell alt?", "Ist Altern heilbar?", "Kann man in Würde altern?".
Die ausgewählten Bücher beleuchten das Thema auf unterschiedliche Art und Weise und bieten genügend Anlass zum Diskutieren. In lockerer Runde sprechen wir einmal im Monat über eines der gelesenen Bücher und tauschen uns über Meinungen, Eindrücke und Empfindungen aus. Neue Mitglieder sind immer gerne gesehen.

Wir lesen die folgenden Bücher in der aufgelisteten Reihenfolge:
- Kent Haruf "Unsere Seelen bei Nacht", ISBN 978-3-257-24465-6
- Milena Michiko Flasar "Herr Kato spielt Familie", ISBN 978-3-442-71828-3
- Hendrik Groen "Eierlikörtage", ISBN 978-3-492-31191-5
- Christoph Poschenrieder "Mauersegler", ISBN 978-3-257-24390-1
- Alina Bronsky "Baba Dunjas letzte Liebe", ISBN 978-3-462-05028-8

freie Plätze Zauber von Musik und Dichtung Seniorenakademie der Stadt Kerpen

(Horrem, ab Do., 23.09.2021, 15.00 Uhr )

Donnerstag, 23.09.2021, 15:00 Uhr
STERNE - Diamanten des Himmels
Nach jüdischen Vorstellungen hütet jeden Stern ein Engel. Ein Stern geleitet die drei Weisen nach Bethlehem. Santiago de Compostela = campus stellae erhält seinen Namen von dem Stern, dem der Apostel Jacobus der Ältere nach Spanien folgt. Stefan Zweig nennt bedeutsame Zeiten der Menschen Sternstunden. Der Nordstern gilt als unverrückbarer Leitstern der Seefahrer. Vincent van Gogh verfällt beim Anblick der Sterne immer ins Träumen. Der aufgehende Stern symbolisiert in bedrängter Lage aufsteigende Hoffnung oder Freude, so wie es auch Annette von Droste-Hülshoff sieht: "Jetzt leuchtet mir aufs neu ein milder Stern."

Donnerstag, 28.10.2021, 15:00 Uhr
GARTEN: Oase des Glücks - Spiegel der Seele
"Und doch sollte es nichts Beseelteres geben als einen kleinen Garten, in dem die lebende Seele seines Gärtners webt" empfiehlt Hugo von Hofmannsthal. Der Garten gehört zu den großen Sehnsuchtsbildern der Menschen. Der kleine begrenzte Ort, der hortus conclusus, wird hier zur großen Welt. Die Bibel beschreibt Anfang und Ende des Lebens im Bild vom Garten. Er wird damit zur Signatur des irdischen und himmlischen Paradieses. Ein Staunender, der abends durch seinen Garten geht, begegnet Gott und dem Wunder des Göttlichen.

Donnerstag, 18.11.2021, 15:00 Uhr
TRINKEN - Kunst des Genusses
Der Philosoph Roger Scruton variiert Descartes zu "Ich trinke, also bin ich." Nach der Geburt folgt Trost im Genuss an der Mutterbrust: Der Aperitif des Lebens. Nicht nur ein Buch, auch Wein oder eine Tasse Tee können ein Leben ändern. Der Hl. Hildegards Rangordnung der Getränke überrascht: "Wein, Bier, Met, Tee, Wasser." Marcel Proust erfährt ein Universum an Bedeutung aus dem Akt des Schmeckens - Tee und Gebäck. Für Montaigne ist das Trinken fast das letzte Vergnügen, welches die Jahre rauben. Darum sind für Ringelnatz "die besten Vergrößerungsgläser für die Freuden dieser Welt, diejenigen, aus denen man trinkt."

Donnerstag, 09.12.2021, 15:00 Uhr
HERBST - Koch des Jahres
"Himmel und Erde befolgt ewiges, festes Gesetz: Jahre folgen auf Jahre, dem Frühling reicht der Sommer und dem reichlichen Herbst traulich der Winter die Hand." Der Herbst ist die Abschiedszeit vom Sommer zum Winter und er versüßt sie mit einem Feuerwerk von Farben, reifen Früchten, brausendem Most und klarer Luft mit enormer Transparenz. Musik, Dichtung und Malerei stellen ihn in immer neuen Bildern dar. Zugleich gilt er auch als Spiegel des Lebens. Am Zeichen des fallenden Blattes lassen sich Parallelen zum Leben erkennen. Vielleicht prägt darum Goethe das Wort: "Der Herbst ist immer unsere beste Zeit."

Donnerstag, 13.01.2022, 15:00 Uhr
ENGELBERT HUMPERDINCK - Odyssee des Lebens
(100. Todestag: 01.09. 1854 Siegburg - 27.09.1921 Neustrelitz)
Klavierunterricht bei der Mutter in Siegburg, Abitur in Paderborn, Schaffen und Lieben in Xanten; in Köln studiert Humperdinck Architektur, dann Musik und setzt als Mozart-Preisträger in München die Studien fort. Der Mendelssohn-Preis führt nach Italien. In Neapel begegnet er Wagner, der ihn nach Bayreuth einlädt, den Parsifal einzustudieren - seine "fruchtbarste Studienzeit". In Essen wirkt er als musikalischer Gesellschafter Alfred Krupps. Lehraufträge führen ihn nach Barcelona und Frankfurt. In Mainz fördert er als Lektor des Schott-Verlags Hugo Wolf und heiratet Hedwig Taxer. Der Meyerbeer-Preis erlaubt ihm eine Afrika-Reise. Der Welterfolg von "Hänsel und Gretel" unter Richard Strauß ermöglicht ihm in Boppard eine freie Künstlerexistenz. Die Königliche Akademie der Künste ruft ihn nach Berlin, wo er die Meister-Klasse leitet, für Max Reinhard Schauspielmusiken kreiert und Max Bruch als Direktor beerbt. Der leidenschaftliche Radfahrer und barfuß wandernde Musikkritiker preist in Liedern Rhein und Wein. Sein Tod verhindert die geplante Rückkehr an den Rhein.
»Ich weiß, wie wenig selbstverständlich es ist, dass das Gespräch zwischen den Generationen am Lebensende glückt.«.

Was wissen wir wirklich über das Leben unserer Eltern, der Kriegskinder? Wann ist der richtige Zeitpunkt, zum Archäologen des eigenen Lebens zu werden und die Eltern zu befragen? Jürgen Wiebicke folgt den Berichten seiner Eltern, die konfrontiert mit dem Tod von einer radikalen Offenheit getrieben sind und ihre Erlebnisse nicht mehr für sich behalten wollen. »Man hat den Tod eines Menschen mit dem Brand einer Bibliothek verglichen. Bestimmte Geschichten können anschließend nicht mehr erzählt werden. In dieser Hinsicht ist der Tod ein einziger Skandal, ein großer Vernichter.« Als sich für die Mutter von Jürgen Wiebicke das Lebensende abzeichnete, wollte er es besser machen als beim Tod des Vaters. Mit beiden führte er - in dieser Intensität zum ersten Mal - Gespräche über deren Leben und Erfahrungen, damit die Erlebnisse der Generation, die Krieg und Nationalsozialismus als Jugendliche miterlebt hat, nicht mit dem Tod verschwinden. Doch nur bei der Mutter schrieb er mit. Alles aufzuschreiben scheint besonders wichtig, weil die Geschichtsleugner und Hassbereiter wieder aus den Löchern kriechen, während die letzte Generation der Zeitzeugen abtritt. Liegt das auch daran, dass Zyklen von Krieg und Frieden mit verblassender Erinnerung zusammenhängen? Jürgen Wiebicke erzählt exemplarisch von einer Generation, die den Krieg mit voller Wucht abbekam, und zieht die Parallelen zur heutigen Zeit. Und er schreibt über das Sterben und den Tod in der heutigen Gesellschaft, für die der Umgang mit dem Thema Endlichkeit immer problematischer wird.
(Quelle: Kiepenheuer & Witsch)

Als Moderatorin angefragt wurde die Journalistin Gisela Steinhauer. Ihre Teilnahme stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.
Zum Autor Jürgen Wiebicke
Jürgen Wiebicke lebt als freier Journalist In Köln. Seit 14 Jahren moderiert er jede Woche "Das philosophische Radio" auf WDR 5. Sein Buch "Dürfen wir so bleiben, wie wir sind? Gegen die Perfektionierung des Menschen - eine philosophische Intervention" erschien 2013 bei Kiepenheuer & Witsch. 2016 erschien - ebenfalls bei Kiepenheuer & Witsch - "Zu Fuß durch ein nervöses Land - auf der Suche nach dem, was uns zusammenhält", 2017 "Zehn Regeln für Demokratie-Retter" und soeben "Sieben Heringe. Meine Mutter, das Schweigen der Kriegskinder und das Sprechen vor dem Sterben". Jürgen Wiebicke gehört zur Programmleitung der phil. Cologne, des Internationalen Festivals der Philosophie.


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